Titel

Katastrophen im Schienenverkehr
Eisenbahnunfälle in Deutschland

Der Eisenbahnunfall ist beinahe so alt wie das System Eisenbahn selbst. Seit den Pioniertagen kam es immer wieder zu schweren Unfällen, welche viele Menschen verletzten oder töteten und hohen Sachschaden verursachten. Nicht selten waren neue Sicherheitseinrichtungen erst die Konsequenz dramatischer Unfälle. Standen die ersten Lokführer noch der Witterung ausgesetzt im Freien auf der Lokomotive, man glaubte jeder Schutz mache das Personal unaufmerksam, setzte sich später erst eine Schutzwand und schließlich der geschlossene Führerstand durch. Auch im Inneren der Loks wurden immer neue

Kollision bei Warngau 08.06.1975
Sicherheitseinrichtungen installiert. Gab es zu Anfang noch keine oder wenige Signale, wurde das Fahren im geschützten Blockabstand bald zum Standard. Doch mit der Einführung von Signalen kam es auch zu deren Missachtung. Neue Systeme sollten dieses verhindern. Eines der Ersten war  die  Induktive Zugsicherung  (INDUSI), welche durch Gleismagnete das Überfahren  haltzeigender Signale verhindern  sollte. Die Dienstfähigkeit des  Lokomotivführers musste also ständig sichergestellt sein. Es kam nämlich sogar vor, dass Lokführer und Heizer auf einer Dampflok einschliefen(!) und der Zug ins Unglück fuhr. Der sog. "Totmannknopf", später Sicherheitsfahrschaltung genannt, überwacht die Einsatzbereitschaft des Personals durch das Drücken von Tasten oder Pedalen.

Doch völlige Sicherheit garantiert kein noch so gutes System. Selbst schlafende Lokführer betätigen noch im Dämmerzustand die Sicherheitsfahrschaltung oder Überwachungseinrichtungen und auch der Fahrplan kann Risiken
Ein Eisenbahnunfall ist ein unerwünschtes oder unbeabsichtigtes plötzliches Ereignis, das in ursächlichem Zusammenhang mit dem Betrieb einer Eisenbahn und dessen typischen Gefahren steht und einen Personenschaden oder einen Sachschaden, der nicht völlig belanglos ist, zur Folge hat
Untersuchungsstelle des Bundes (EBU)
bergen. Müssen auf eingleisigen Strecken Züge in Bahnhöfen kreuzen, ist der Reisende auf die Koordination der Fahrdienstleiter angewiesen. Versagen diese kommt es zur sog. "Luftkreuzung", die Züge kollidieren. So geschehen am 8. Juli 1975 in Warngau an der Strecke Lenggries-München.  Auch technisches oder menschliches Versagen führt zur Katastrophen. Fährt das Risiko also immer mit? Nein! Das Risiko bei einem Eisenbahnunfall verletzt oder getötet zu werden ist verschwindend gering. Bei einer Autofahrt liegt es 100mal höher. Statistisch gesehen kommt ein Eisenbahnunfall auf eine Milliarde Kilometer.

In dieser Rubrik wurden die Unfälle aus über 170 Jahren Eisenbahnverkehr in Deutschland zusammengetragen. Die zusammengetragenen Daten dienen allein der Information und sollen keinesfalls ein oder mehrere Eisenbahnunternehmen an den Pranger stellen. Die Listen wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Ergänzt werden die statistischen Daten durch ausgewählte Artikel zum zur verschiedenen Unglücken, u.a. den Unfällen von Genthin, Eschede, Brühl und Bad Aibling. Die Rekonstruktion der Ereignisse erfolgte auf der Basis der Untersuchungsergebnisse und Unfallberichten.