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Bahnlexikon
Wie funktioniert die Eisenbahn?


Viele fahren täglich mit der Bahn, doch wenige wissen wie sie tatsächlich funktioniert. Foto: Erich Westendarp / pixelio.de
Wie funktioniert eigentlich die Eisenbahn? Diese Frage stellen nicht nur Kinder ihren Eltern, auch so mancher Erwachsene rätselt anhand der verwirrenden Technik und der oft in den Medien widersprüchlich dargestellten Abläufe, wie es den nun tatsächlich funktioniert. Die Eisenbahn weist als schienengebundenes Verkehrsmittel einige Besonderheiten auf, die es vielfach tatsächlich nur dort gibt. So ist es für einen Lokomotivführer nahezu unmöglich, ein rotes Signal unbewusst zu überfahren, weil eine wirksame Sicherungstechnik in diesem Fall den Zug sofort zum Halten bringt. Die Überwachung geht aber noch weiter: So meldet sich das Triebfahrzeug regelmäßig bei seinem Fahrer und fragt die Dienstbereitschaft ab. Der Lokführer muss regelmäßig die sog. Sicherheitsfahrschaltung (Sifa), auch Totmannknopf genannt,  betätigen, um der Lokomotive zu signalisieren, dass alles in Ordnung ist. Dabei handelt es sich in der Regel um ein Fußpedal, welches in regelmäßigen Abständen gedrückt und losgelassen werden muss. Die Funktion kann aber auch durch einen Taster ausgeführt werden. Bleibt eine Anfrage der Sifa unbeantwortet stoppt der Zug automatisch. Somit beantwortet sich damit auch die berühmte Frage was geschieht, wenn einem Lokführer während der Fahrt etwas zustößt. Er kann die Sicherheitseinrichtungen nicht mehr bedienen und sein Zug wird automatisch zum Halten gebracht. Die Systeme sind dabei immer nach der sicheren Seite geschaltet. Selbst ein Blockieren der Sifa-Taste oder des Pedals stellt hier keine Gefahr dar, weil allein die Bedienung der Einrichtung maßgeblich ist. Bei einer dauerhaften Betätigung würde das System ebenfalls aktiv werden, und den Zug

Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt, Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Fazilitäten der Kommunikation sind es, worauf die gebildete Welt ausgeht, sich zu überbieten, zu überbilden und dadurch in der Mittelmäßigkeit zu verharren."
Johann Wolfgang von Goethe
stoppen.

Doch damit ein Zug überhaupt fahren kann, sind viele Menschen im Hintergrund tätig. So zieht sich beispielsweise ein Netz von Stellwerken, Posten und Betriebszentralen quer durch die Republik, von wo aus Signale und Weichen gesteuert, die Einhaltung des Fahrplanes überwacht und  Störungen beseitigt werden. Hinter den Kulissen sorgen tausende Arbeiter in den Werken und Betriebshöfen für die Instandhaltung von Loks und Wagen, damit der Betrieb reibungslos rollen kann. Sie sind eingebunden in ein höchst eigenwilliges Konstrukt, welches sich Fahrplan nennt. Der Fahrplan bestimmt den Rhythmus der Eisenbahner und letztendlich auch den der Reisenden. Damit ein Rädchen in das andere greift, grenzt die Fahrplanerstellung, die fast eineinhalb Jahre in Anspruch nimmt, schon fast an eine höhere Wissenschaft.  Wer sich als Reisender oder Pendler also über eine Verspätung aufregt sollte bedenken, dass es sich beim Eisenbahnbetrieb um ein hochkomplexes System von Abläufen und Vertaktungen handelt. Dies ist vergleichbar mit einem Getriebe. Wenn auch nur ein Zahnrad ausfällt, kommt das komplette Getriebe zum Stillstand. Die Leistungsfähigkeit eines Bahnsystems wird also bestimmt von der Zuverlässigkeit seiner Zahnräder, also den Mitarbeiter -innen und dem eingesetzten Fahrzeugmaterial. So ist es zum Bespiel möglich, dass eine Störung an einem Zug sich plötzlich wie eine Kettenreaktion ausbreiten kann, wenn Anschlüsse nicht zustande kommen oder Fahrten ausfallen müssen. Aus diesem Grund soll diese Rubrik verschiedene Aspekte der Bahntechnik beleuchten und Zusammenhänge erklären.